Country by Country Reporting

Neue Herausforderungen für international tätige Unternehmen

Das Country by Country Reporting (kurz CbCR) ist Teil des Maßnahmenplans der OECD und G20- Staaten um Gewinnkürzungen und Gewinnverlagerungen von international tätigen Konzernen zukünftig zu reduzieren. Der Entwurf zielt darauf ab, der geschickten Ausnutzung unterschiedlicher Steuersysteme durch multinationale Unternehmen entgegenzuwirken. Unternehmen sollen ihre Steuern zukünftig in den Ländern der tatsächlichen Wertschöpfung zahlen. Zu diesem Zweck sollen Gewinne, Steuerzahlungen und unternehmerische Aktivitäten zukünftig per Land dokumentiert werden.

 

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Unternehmen ab 750 Mio € Jahresumsatz

Grundsätzlich gilt das Country by Country Reporting für multinationale Konzerne mit einem Jahresumsatz ab 750 Mio € aufwärts, wenn die Berichte mindestens ein ausländisches Unternehmen oder eine ausländische Betriebsstätte umfassen. Die Dokumentationen sind jährlich zu erstellen und offen zu legen. Die nationalen Steuerbehörden können die Daten dann international austauschen.

 

 

Country by Country Reporting Teil der Verrechnungspreis-Dokumentationen

Das Country by Country Reporting ist Teil des Aktionspunktes 13 der BEPS-Initiative der OECD, die fordert, dass Verrechnungspreis-Dokumentationen zukünftig einem dreistufigen Aufbau folgen sollen. Damit werden die Vorgaben für Verrechnungspreis-Dokumentationen nach 20 Jahren komplett neu überarbeitet. Die Dokumentationsanforderungen sollen künftig durch einen 3-gliedrigen Ansatz („three-tiered approach”) verwirklicht werden: Eine Stammdokumentation im Masterfile, eine gesellschaftsspezifische Dokumentation im Localfile sowie die länderbezogene Berichterstattung Country-by-Country Reporting.

 

Kritik von verschiedenen Seiten

Während NGO Organisation wie Tax Justice Network, Oxfam oder Tax Research UK die neuen Regelungen nicht konsequent genug finden, warnt das Business and Industry Advisory Committee (BIAC), das Beratungsgremium der OECD, das die Interessen der Wirtschaft vertritt, vor erheblichem administrativen Mehraufwand und erhöhten Kosten zu Lasten der Unternehmen.

 

Neue Compliance Verpflichtungen

In den meisten europäischen Ländern, den USA und Kanada ist die gesetzliche Implementierung der Vorgaben für die Country by Country Reports bereits weit vorangeschritten. Die großen Steuerberatungskanzleien warnen ihre Kunden vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen vor den Risiken einer Doppelbesteuerung und komplexen Compliance-Verpflichtungen. Deshalb sollten sich Unternehmen frühzeitig mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen und ihre Abläufe darauf einstellen.