To do-Liste für Unternehmen

Was kommt 2018 auf international tätige Unternehmen zu?

2018 gibt es für die Unternehmen viel zu tun: Es treten eine Reihe von gravierenden Veränderungen im Bereich Taxes, Finanzen, Datenschutz und Netzsicherheit in Kraft. Das Team von Global Connect Admin B.V. hat für Sie die wichtigsten Veränderungen in einer To-do-Liste zusammengestellt.

US-Steuerreform führt zur Umkehrung steuerlicher Verhältnisse

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Die Spekulationen um die US-amerikanische Steuerreform haben  2017 bereits für viele Schlagzeilen gesorgt. Seit dem 21. Dezember ist das Herrenprojekt von US-Präsident Donald Trump nun in Kraft. Die historische Reform spaltet nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern wirkt sich auch massiv auf viele ausländische Unternehmen, die auf dem amerikanischen Markt aktiv sind aus. Die Konsequenzen spüren viele Unternehmen bereits für das Geschäftsjahr 2017: So muss beispielsweise die Bewertung latenter Steuern in der Bilanz  an den neuen Steuersatz angepasst werden.

 

Konkreter Verlierer ist dadurch z.B. die Deutsche Bank, deren Ergebnis durch die Steuerreform um 1,5 Milliarden niedriger ausfällt als erwartet. Durch das Senken der amerikanischen Körperschaftsteuer von 35%  auf 21% kann die Deutsche Bank ihre in der Finanzkrise 2007 entstandenen Milliardenschulden nicht mehr so stark steuerlich geltend machen. Grundsätzlich führt die Steuerreform zu einer Umkehrung der steuerlichen Verhältnisse zwischen Deutschland und den USA. Dies birgt sowohl neue Chancen als auch finanzielle Belastungen, die von den betroffenen Unternehmen nun eingehend geprüft werden müssen.

 

PSD2: Gravierende Veränderungen für den Zahlungsverkehr

Ab dem 13. Januar tritt die Directive on Payment Services, eine EU-Richtlinie der Europäischen Kommission zur Regulierung von Zahlungsdiensten und Zahlungsdienstleistern in der gesamten Europäischen Union (EU) und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), in Kraft. Ziel der Richtlinie ist es, den europaweiten Wettbewerb und die Teilnahme an der Zahlungsbranche auch von Nichtbanken zu vergrößern, sowie durch die Harmonisierung des Verbraucherschutzes und der Rechte und Pflichten für Zahlungsdienstleister und Nutzer gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Brüssel will damit den europäischen Zahlungsverkehr sicherer, bequemer und günstiger machen. Der Markt soll vor allem für Drittanbieter, so genannte FinTechs, geöffnet werden und neue Businessmodelle ermöglichen. Experten erwarten einen Preiskampf für Finanzdienstleistungen, der die Banken in Bedrängnis bringen wird.

 

Neue International Financial Reporting Standards treten in Kraft

Mit dem Ziel, die internationale Rechnungslegung zu vereinheitlichen und transparenter zu gestalten, optimiert das International Accounting Standards Board (IASB) kontinuierlich seine Standards. Am 18.05.2017 wurde nun mit der Veröffentlichung des International Financial Reporting Standards 17 (IFRS 17) auch das letzte dieser Großprojekte abgeschlossen.

Die vier neuen Standards, IFRS 9 – Finanzinstrumente, IFRS 15 – Erlöse aus Verträgen mit Kunden, IFRS 16 – Leasingverhältnisse und IFRS 17 – Versicherungsverträge, ersetzen jeweils ältere Standards und stellen derart grundlegende Umwälzungen dar, dass nahezu jedes kapitalmarktorientierte Unternehmen sich auf eingreifende Veränderungen seiner Unternehmensprozesse einstellen muss.

So sehr die angestrebte, erhöhte Transparenz und Vereinheitlichung von Jahreskonzernabschlüssen generell zu begrüßen ist, so ergeben sich jedoch für die jeweils betroffenen Branchen und Unternehmen zunächst einmal enorme Belastungen.

Zudem drängt die Zeit: IFRS 9 muss bereits ab 1. Januar 2018 von börsennotierten Unternehmen verpflichtend angewendet werden. Die Umsetzung der weiteren Standards folgt 2019 bzw. 2021.

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NIS-Richtlinie: Die neue Netzsicherheitsstrategie der EU

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Die Richtlinie über Maßnahmen zur Gewährleistung eines hohen Sicherheitsniveaus von Netz- und Informationssystemen in der Union (NIS-Richtlinie) ist ein weiterer Baustein in der neuen Netzsicherheitsstrategie der EU. Sie wird ab Mai 2018 wirksam, lässt den Mitgliedern jedoch einen gewissen Ausgestaltungsspielraum, indem im Sinne der Mindestharmonisierung nationales Recht nur dort angepasst werden muss, wo das Schutzniveau der NIS-Richtlinie unterschritten wird.

Betroffen sind sogenannte wesentliche Dienste wie zum Beispiel Energiebetreiber, Trinkwasserversorger, Krankenhäuser, aber auch Betreiber von Finanzmarktinfrastrukturen und Online-Marktplätzen, Suchmaschinen sowie Cloud-Computing-Dienste.

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Neue EU Datenschutz-Grundverordnung wird deutlich strenger

Die EU Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai 2018 in Kraft tritt, betrifft grundsätzlich jedes Unternehmen, das Kundendaten in digitaler Form speichert. Durch die EU-weite Vereinheitlichung des Datenschutzrechtes soll sowohl ein besserer Schutz personenbezogener Daten, als auch der freie Datenverkehr innerhalb des Binnenmarktes gewährleistet sein.

Dieser neue Standard wird weltweite Folgen haben: Die geforderten Maßnahmen beziehen sich nämlich nicht nur auf innerhalb der EU-ansässige Unternehmen, sondern folgen dem Marktortprinzip. Das heißt, alle Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen an EU-Bürger vermarkten, unterliegen den neuen Anforderungen.

Dass es der EU mit dem Datenschutz durchaus ernst ist, wird deutlich, wenn man sich die Strafen ansieht, die bei Nichteinhaltung der neuen Verordnung vorgesehen sind. Unternehmen riskieren dann bis zu 4% ihres weltweiten Gewinns oder bis zu 20 Millionen Euro.

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CSR-Berichtspflicht gilt ab dem Geschäftsjahr 2017

Alle kapitalmarktorientierten Unternehmen, Großbanken und Versicherer müssen mit der CSR-Pflicht erstmals mit dem Bericht über das Geschäftsjahr 2017 auch über nicht-finanzielle Aspekte ihres unternehmerischen Handelns berichten. CSR steht für Corporate Social Responsibility, und ist Teil der EU-Richtline 2014/95/EU. Diese sieht vor, dass Unternehmen von öffentlichem Interesse und mehr als 500 Mitarbeitern, Fragen der Nachhaltigkeit in ihren Berichten ausführlich berücksichtigen.
Ziel der neuen EU-Richtlinie ist es, ein umfassendes Bild eines Unternehmens zu schaffen, um so das Vertrauen der Investoren und Verbraucher zu stärken. Dadurch, dass verschiedene Verfahrensweisen in den EU-Ländern angeglichen werden, werden Geschäftsabläufe transparenter. Zu den berichtsrelevanten Themen gehören Fragen

– der Umwelt (Höhe der Treibhausgas-Emissionen, Wasserverbrauch, Nutzung erneuerbarer Energien oder Luftverschmutzung)

– der Arbeitsbedingungen

– der Geschlechtergleichstellung

– der Menschenrechte

– der Bekämpfung von Korruption und Bestechung

– sowie der Diversität in Leitungs- und Kontrollorganen.

Betroffene Unternehmen können noch etwas Zeit gewinnen, da das CSR-Reporting in diesem Fall erst spätestens sechs Monate nach der Frist für den finanziellen Jahresabschlussbericht veröffentlicht werden muss. Es gilt jetzt mit dem ersten CSR-Bericht diesen neuen Teil der Berichtspflicht auf eine gute und zukunftsfähige Basis zu stellen.

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Global Connect Admin ist Ihr kompetenter Partner in Fragen der internationalen Unternehmensverwaltung

Die Herausforderungen für Unternehmen, die beschriebenen Anforderungen korrekt und optimal umzusetzen, sind komplex. Nehmen Sie deshalb gerne unseren kompetenten Rat in Anspruch. Wo in der Welt Sie auch aktiv sind oder werden wollen: Wir kennen die gesetzlichen Vorgaben und sorgen dafür, dass Ihre Verwaltung allen Anforderungen entspricht.

Gerne beraten wir Sie auch in der Wahl des richtigen Standortes: Es zahlt sich für Ihren unternehmerischen Erfolg aus, in Ländern aktiv zu sein, die über eine verlässliche Infrastruktur und ein stabiles System verfügen. Mithilfe unseres Netzwerks von Spezialisten, wie namhaften Anwaltskanzleien und Steuerberatern, bündeln wir die erforderliche Expertise, so dass Sie in uns einen Ansprechpartner für alle Fragestellungen haben. So können Sie stets sicher sein, dass Ihre Dokumente und Prozesse sämtlichen nationalen und internationalen Vorschriften und (Steuer-)Gesetzen entsprechen.